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Aufruf der leitenden Vertreter der evangelischen und katholischen Kirchenbezirke in der Region Wetzlar, Braunfels, Dillenburg

Begegnung statt Feindschaft
An die Bürgerinnen und Bürger unserer Region

Die Terroranschläge auf Einrichtungen in den USA haben uns auf kaum vorstellbare Weise gezeigt, zu welchem Ausmaß an Hass und Gewalt Menschen fähig sind. Mehrere tausend Frauen und Männer, die ihre tägliche Arbeit im Dienst von Wirtschaft, Politik und Gemeinschaft ausübten oder auf Reisen waren, sind um ihr Leben gekommen in abstürzenden und explodierenden Flugzeugen, in Feuer, Rauch und Trümmern, beim verzweifelten Sprung in die Tiefe oder bei der Aufgabe, andere zu retten. Wir müssen erkennen, dass dies von Menschen durch gezieltes Planen und Tun willentlich und verbrecherisch herbeigeführt wurde.

Wir sind überzeugt, dass Gott jedem Menschenleben Würde schenkt. Wer einen Menschen tötet, tötet eine von Gott gewollte Welt. Wir lernen dies nicht nur aus der Bibel, sondern ebenso durch deutliche Worte aus den Schriften, denen Judentum und Islam folgen. Wir sind in dieser Überzeugung mit jüdischen und muslimischen Gläubigen einig. Jede Missachtung eines Menschenlebens ist vor Gott und den Menschen ein furchtbarer Irrweg, auch wenn versucht wird, sie im Namen einer Religion zu rechtfertigen.

So notwendig es ist, die Täter ihrer angemessenen Strafe zuzuführen und in Zukunft bestmögliche Sicherheit zu gewinnen, wissen wir doch, dass es gegen das Böse keine vollständige Abschirmung gibt. Auch die Vergeltung des Bösen durch Böses kann es nicht besiegen. Alle Angriffe auf Unschuldige würden nur den Krieg wahrmachen, den terroristische Attentäter heraufbeschwören wollen. Wir müssen der Versuchung widerstehen, uns von Hass und von Weltbildern der Feindseligkeit anstiften zu lassen. Das biblische Wort ruft dazu auf, das Böse durch das Gute zu besiegen. So können wir nur mit unserem Leben dem Hass wirklich den Boden entziehen.

Uns erschrecken die Meldungen, dass inzwischen Menschen in Deutschland mit Worten und Briefen angegriffen worden sind, weil sie muslimischen Glaubens sind. Den Glauben mit dem Verbrechen zu verwechseln, ist ein Irrweg, der dem Hass erliegt. Auch geringe Kenntnis des muslimischen Lebens und Angst dürfen uns nicht dazu verleiten. Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, keine pauschalen Verurteilungen zu fällen. Ersetzen Sie das Gefühl von Fremdheit und Furcht durch Begegnung und Gespräch! Menschen, die an unserer demokratischen Gemeinschaft teilnehmen wollen, dürfen unter uns nicht in Angst leben müssen. Wenden Sie sich gegen Vorurteile und Beschuldigungen, unter denen Menschen unschuldig leiden müssen!

Wir sind dankbar für alle nachbarschaftlichen, freundschaftlichen und vertrauensvollen Begegnungen in unseren Städten und Gemeinden, auch zwischen muslimischen und christlichen Gläubigen. Wir erkennen, dass wir sie mehr und besser als bisher suchen müssen, damit der Feindschaft die Chance genommen wird, sich zu verbreiten.

Superintendent Roland Rust    Superintendent Rainer Kunick    Bezirksdekan Peter Kollas
Evangelischer Kirchenkreis    Evangelischer Kirchenkreis      Katholischer Kirchenbezirk
Braunfels                     Wetzlar                         Wetzlar
Propst Michael Karg           Bezirksdekan Gerhard Zerfas
Evangelische Propstei         Katholischer Kirchenbezirk
Nord-Nassau                   Dillenburg

Quelle: Wetzlarer Neue Zeitung vom 29. September 2001


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